„Heute mach´ ich mir kein Abendbrot, heute mach´ ich mir Gedanken.“

Zitat von Wolfgang Neuss

„Ich will in mein altes Leben zurück“ – „Aber du fandest dein altes Leben ziemlich schlecht“

Vier Menschen wollen sich am Silvesterabend in den Tod stürzen und treffen sich zufällig. Britisch vornehm möchte man sich nicht stören und kommt doch ins Gespräch. Die Gruppe beschließt gemeinsam, das Ganze aufzuschieben. Um mehr Abstand zu bekommen und Lebensfreude zu tanken, wollen sie im Frühjahr ein paar Tage auf Teneriffa verbringen. Am Gate stockt und zögert Maureen, sie fürchtet sich, weint „Ich will mein altes Leben zurück“. „Aber du fandest dein Leben ziemlich schlecht“ erhält sie als Antwort.

In Klammern und in den Untertönen geht der Satz weiter: ... So schlecht, dass du von einem Hochhaus springen wolltest. Und jetzt ziehst du das alte Leben einer Woche „neues Leben“ vor?

Ja, offenbar. Wenigstens für den Moment. Denn das neue Leben ist unklar, unsicher, wenn auch nur für ein paar Tage. Da ist das alte Leben mit seinen Routinen sehr viel sicherer und sei es noch so beschwerlich.

In Change Prozessen in Organisationen begegnet uns zuweilen Ähnliches. Menschen halten an Routinen und Konstellationen fest, die damit verbundene Belastung oder Unzufriedenheit ist bekannt, wird aber als weniger bedrohlich eingeschätzt als die Unsicherheit.

Im Film wird Maureen ermutigt und gestärkt – nicht gedrängt, sondern von der Energie der anderen angesteckt. Ermutigen und Stärken sind aus meiner Sicht auch in Organisationen wichtige Elemente, das Tief der Veränderung zu verlassen und sich vorsichtig positiv auf das Neue einzulassen.

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