„Heute mach´ ich mir kein Abendbrot, heute mach´ ich mir Gedanken.“

Zitat von Wolfgang Neuss

methodos

methodos: aus dem Griechischen meta: nach/hin und hodos: Weg. Also der Weg, etwas zu erreichen

In unserem Sprachgebrauch wird der Begriff Methode, finde ich, sehr instrumentell und funktional gebraucht, was angesichts der altgriechischen Definition etwas eingeschränkt wirkt.

Was assoziiere ich mit „Methode“? – Berechnungsformeln, Forschungsdesigns, auch Moderationsverfahren, Testverfahren, Arbeitsblätter, Lehrmaterialien, Computerprogramme, Instruktionen. Mein Eindruck ist, dass „Methode“ vor allem etwas Greifbares, Klares, Rationales, zum Teil auch Materielles meint, das direkt, zielgerichtet und ohne Umwege eingesetzt wird.

Die alte Herleitung und die Beschreibung „der Weg, etwas zu erreichen“ beinhaltet für mich mehr Raum für die Dinge, die nicht so rational sind. Dinge, die auch auf dem Weg liegen und die berücksichtigt werden wollen. Werte, Vorurteile, Befürchtungen, Emotionen – positive wie skeptische – Hypothesen und Schleifen, ungeschriebene Regeln, Zuschreibungen und Erwartungen, Sorgen und Pfründe.

Gerade hinsichtlich Change Management suggeriert der aktuelle Sprachgebrauch vielleicht etwas zu Lineares und Direktes. Wenn wir Methoden im alten Sinne als „Weg, etwas zu erreichen“ verstehen, dann beschreibt dies viel eher die Praxis des Change Management, wo es neben den Tools um die nicht-linearen Dinge geht.

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