„Heute mach´ ich mir kein Abendbrot, heute mach´ ich mir Gedanken.“

Zitat von Wolfgang Neuss

Schlossplatz, Berlin

Nikolaus Breuel: Schlossplatz, Berlin. Roman, dtv 2015

Es um Politik. Es ist eine Berliner Satire. Auf dem Schlossplatz mitten in der Stadt soll eine prächtige Badelandschaft entstehen. Der Beschluss, die Projektpläne, die Aufsichtsratssitzungen, der Berater, das Umschiffen der relevanten Fragen. Ganz lakonisch unaufgeregt erzählt.

Als Leser kann ich mir direkt vorstellen, wie das Ganze in kleinen Schritten vor die Wand läuft. Und immer wieder reflektiert die Hauptfigur das eigene Politiker-Dasein. Stellt Anspruch und Wirklichkeit nebeneinander, beschreibt die Routine und das Klappern des Rollkoffers auf dem Berliner Kopfsteinpflaster.

In diesen Reflexionen kommt er zu folgendem Gedanken: „Wenn man die Zukunft gewinnen will, muss man sie fühlen. Ich denke, dass wir das Gefühl dafür verloren haben, dass wir die Kraft besitzen, der Zukunft ein Gesicht zu geben. Wir besitzen nicht einmal genug Selbstvertrauen, um die Gegenwart zu gestalten. (…) Weil die Welt an allen Ecken zusammenhängt, weil sie sich nicht mehr nach gewohnten Mustern zusammenbleiben will, verlieren wir den Mut.“

Das gilt auch in Unternehmen und Veränderungsprozessen. Die Führung, das Projektteam sind in der Rolle – neben Prozessen, Kommunikation und Lösungen – auch Mut zu vermitteln: Zutrauen, dass die Organisation den Change schafft und dadurch besser wird.

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